art ruckbluck

23 03 alereligio cornelius rausch in nikodemus
Freitag, 23.März -  20 Uhr - AL Ereligio: Eine musikalische Utopie von Cornelius Rauch für Vokalensemble, Flöte,Klarinette/Bassklarinette, Klavier, Schlagzeug, Kontrabass und Live-Elektronik - Eintritt: 10 /7 €, BerlinPass 3€

Al Ereligio: Der Name ist ein Neologismus aus Elementen von Arabisch, Hebräisch und Latein und spielt mit derIdee vom “gelobten Land”.
Al ist der bestimmte Artikel des Arabischen, und Ereligio setzt sich aus dem hebräischen Wort für Land 'Eretz und dem lateinischen Wort religio, heiliges Versprechenzusammen. Die Besetzung der
Komposition besteht aus einem 8-köpfigen Vokalensemble, Flöte,Klarinette/Bassklarinette, Klavier, Schlagzeug, Kontrabass und Live-Elektronik.

Al Ereligio ist als Einladung zum Nachdenken über und zur emotionalen Auseinandersetzung mitinterkulturellen und interreligiösen Fragen gedacht. Es ging mir darum über eine Zeit zu berichten,
diemeinen Blick auf Religion, Kunst und Politik nachhaltig geprägt hat und darum die Diversität,Schönheit und Schrecken dieser Region für den Hörer erfahrbar zu machen.

Das Eröffnungsstück The Promised Land beginnt mit stilisierten Glockenklängen, Muezzinrufen und Synagogal-Gesängen, auf die ein Klagelied folgt, welches von der Sehnsucht nach dem
gelobtenLand erzählt.
Das darauffolgende Gesangs-Solo Yafa! ist die Vertonung eines Gedichts des palästinensischen Dichters Mahmoud Salim al-Hout und es konkretisiert die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat, die
bereits im Eröffnungsstück anklang.
Das folgende Stück trägt den Titel The Wall und ist von dem Anblick der Mauer zwischen Israel undPalästina ebenso inspiriert, wie von den unzähligen politischen Graffitis und Streetart-
Elementen.Über einer oszillierenden, minimalistischen Klangfläche werden Sprachsamples eingespielt,bearbeitet und verfremdet, die sich alle, unter verschiedenen Blickwinkeln auf die Mauer
beziehen.
Darauf folgt ein Arrangement des jüdischen Liedes Hinneh ma tov. Der Text spricht davon, wie schön es ist, wenn Schwestern und Brüder in Einigkeit zusammen leben und die Musik gipfelt in einem
großen Kanon zwischen Klavier und Singstimme.
Nach diesem Solo erklingt das Stück Negev, welches die atemberaubende Schönheit und fast mystische Ausstrahlung der Wüste einfängt. Ein Ort in dem die Konflikte der Region für
einenAugenblick klein und unwichtig erscheinen.
Das letzte Gesangssolo des Stückes ist eine Neuinterpretation von Dietrich Bonhoeffers Lied Vonguten Mächten. Über einem dunklen Basston entspinnt sich die Gesangsmelodie und mündet
ineinen expressiven Improvisationsteil.
Das vorletzte Stück trägt den Titel Bunkers und versucht die Angst vor Terror und Gewalt einzufangen und die Flucht in den schützenden Bunker zu beschreiben. Während die Instrumente
schnelle und repetitive Figuren spielen, singt das Vokalensemble gebetsartige Textzeilen.
Das Schlussstück Hymns from Al Ereligio greift die Melodien der drei Sologesangsstücke in einerweit entfernten Tonart wieder auf und verbindet sie. Somit wird in der Musik kurzzeitig möglich,
wasin der Realität so weit entfernt scheint.
Doch die letzten Takte der Komposition knüpfen am Schlussteil der Ouvertüre an so dass das Publikum mit dem Gefühl zurückbleibt, alles müsse wieder von vorn beginnen – solange sich an der
Situation in diesem Teil unserer Welt nichts ändert.

Besetzung:
Vokalensemble:
Sopran: Lena Steffan, N.N.
Alt: Maika Küster, Amelie Olbrich
Tenor: Torben Mahns, N.N.
Bass: Johannes Meißner, Friedemann Petter

Flöte: Lukas Backs
Klarinette/Bassklarinette: Sarah Herzog
Klavier: Cornelius Rauch
Bass: Maik Nürnberger
Schlagzeug/Percussion: Axel Meyer
Live-Elektronik: Jan Erichson

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok